REISEAPOTHEKE

IN DER SCHWANGERSCHAFT REISEN

Wenn Ihre Schwangerschaft gut verläuft und der Frauenarzt keine Einwände hat, können Sie wunderbar noch einmal verreisen, bevor Ihr Baby kommt!
Die günstigste Zeit ist erfahrungsgemäß um den fünften Monat herum. Den meisten Frauen geht es dann sehr gut, die Umstellungsprobleme der Anfangszeit sind vorbei und der Bauch ist noch nicht so groß.

Welche Ziele sind erlaubt?
Grundsätzlich können Sie reisen wohin Sie möchten, das gilt auch für Fernreisen. Folgende Punkte helfen Ihnen bei der Planung (Auch bei Last-Minute-Reisen müssen werdende Mütter übrigens besonders kritisch hinschauen):

Unterwegs viel trinken und regelmäßig zur Toilette gehen. In der Schwangerschaft bekommt man leichter eine Blasenentzündung, der man mit viel Flüssigkeit und regelmäßigem Wasserlassen vorbeugen kann.

Am Urlaubsort lassen Sie es ruhig angehen und vermeiden Sie wilde Aktionen wie Motorradtouren über Holperpisten im Hinterland. Auch Sonnenbäder sind nichts für werdende Mütter. Die Haut ist in der Schwangerschaft besonders empfindlich und es kann leichter zu unschönen Pigmenteinlagerungen kommen. Ihr Körper leistet in der Schwangerschaft ohnehin schon Schwerstarbeit, deswegen ersparen Sie sich die unnötige Belastung durch die Sonnenhitze.
Wichtig: Hohen Sonnenschutz verwenden und im Schatten aufhalten!

  • Starke Klimawechsel belasten den Organismus. Wenn Sie jedoch warme Länder bevorzugen, sollten Sie eine komfortable Unterkunft mit Klimaanlage buchen. Dann können Sie sich jederzeit zum Ausruhen zurückziehen.
  • Ärztliche Versorgung und Hygiene sind wichtig. Erkundigen Sie sich bei Fernreisen zu exotischen Zielen vorab, wie die medizinische Situation am Urlaubsort aussieht. Auch die sanitären Einrichtungen sollten halbwegs den deutschen Standards entsprechen
  • Ungeeignet sind Zielgebiete oder längere Aufenthalte über 2.000 Meter Höhe. Dort ist der Sauerstoffgehalt der Luft niedrig, das kann die Versorgung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen
  • Meiden Sie unbedingt Gebiete, in denen es Malaria oder andere Tropenkrankheiten wie z.B. Gelbfieber gibt. Sowohl Ihnen, als auch Ihrem Baby drohen im Falle einer Erkrankung ernste Gefahren
  • Wenn Sie mit dem Auto fahren, sollten Sie viel Zeit für Pausen einplanen. Im Flugzeug auf ausreichend Beinfreiheit achten (z.B. Gangplatz). Das ist sehr wichtig, da bei Schwangeren die Gefahr einer Thrombose erhöht ist
  • Bei Flugreisen gilt: Alle Fluggesellschaften haben - meist ab der 36. Schwangerschaftswoche, eventuell aber auch schon früher - Begrenzungen. Eventuell wird auch eine ärztliche Unbedenklichkeitserklärung verlangt

REISEN MIT BABYS UND KINDERN

Wo immer die Reise hingeht und wie viele Koffer auch gepackt werden, Platz für die Reiseapotheke muss bleiben. Kinder reagieren manchmal auf neue Umgebungen mit Fieber oder Durchfall und können sich schnell mal verletzen. Darauf sollten Sie vorbereitet sein – und natürlich auch für den Notfall, der hoffentlich niemals eintritt. Eine fachmännisch zusammenstellte Reiseapotheke für Babys und Kinder gibt Sicherheit und kann im Ernstfall Leben retten. Es reicht jedoch nicht sie einmal zu füllen, sondern vor jeder neuen Reise sollte geprüft werden, ob die Packungen noch ausreichend gefüllt und die Medikamente noch haltbar sind. Außerdem sollten sie dem Reiseziel angepasst sein.

Mit Babys und kleineren Kindern sollte außerdem regelmäßig geprüft werden, ob die Wirkstoffdosierung noch für deren Körpergewicht geeignet ist. Fieberzäpfchen zum Beispiel gibt es in vielen Dosierungen, vom Säugling bis zum Schulkind.

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GUT VORBEREITET IN DEN URLAUB

In die Reiseapotheke gehören unbedingt die (aktualisierten!) Impfpässe, sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen. Ein Beratungsgespräch beim Hausarzt ist anzuraten, denn er kann Ihnen sagen, unter welchem Handelsnamen Sie im Urlaubsland eventuell notwendige Ersatzpräparate für lebenswichtige Dauermedikamente bekommen. Falls Sie in tropische Länder reisen , sollten Sie außerdem ein reisemedizinisches Zentrum aufsuchen, wo man sich mit Infektionskrankheiten und internationalen Impfvorschriften auskennt. An besondere Reisearten wie Rad- oder Bergtouren mit Baby oder Kind sollten Sie die Reiseapotheke ebenfalls anpassen.
Um Platz zu sparen im Reisegepäck, können Sie nur die Blisterpackungen der Tabletten einpacken und die sperrigen Kartons zu Hause lassen. Wichtig: Den Beipackzettel mit einem Gummiband daran befestigen.
In Ländern mit hohem medizinischem Standard kann man sich auf grundlegende Hygiene verlassen und im Notfall Medikamente vor Ort kaufen. Aber z.B. in Entwicklungsländern kann es ratsam sein, auch einige Kanülen und Mittel zur Wasserentkeimung mitzunehmen und sich vom Arzt per Attest bestätigen zu lassen, welche

FRÜHZEITIG AN DIE IMPFUNG DENKEN

Spätestens, wenn die Reise gebucht ist, sollten die Impfpässe geprüft werden, ob alle Grund-Impfungen auf dem neuesten Stand sind! Viele Eltern achten zwar peinlich auf den Impfstatus ihrer Kinder, vergessen aber ihren eigenen. Etwa jede zweite Krankenkasse übernimmt die Kosten für Reise-Impfungen. Die von der STIKO empfohlenen Grundimmunisierungen werden von allen Krankenkassen übernommen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung! Für eventuelle Auffrischungen und neue Impfungen sollten Sie sechs bis acht Wochen Vorlauf einkalkulieren. Alle nötigen Immunisierungen sollten schon zwei Wochen vor Reiseantritt abgeschlossen sein, damit der Körper mit der Anpassungsarbeit fertig ist und auftretende Komplikationen (wie z.B. Fieber oder Unwohlsein nach Impfungen) nicht erst im Urlaub auftreten. Für Reisen in exotische Länder, wie einige Staaten Afrikas oder Lateinamerikas können je nach aktueller Lage zusätzliche Impfungen erforderlich oder empfohlen sein.
INFOS DAZU FINDEN SIE HIER

Wenn Sie unsicher sind oder in tropische Länder reisen, können Sie auch das Reisemedizinische Institut in Ihrer Nähe aufsuchen.
HIER FINDEN SIE EINE LISTE

REISEIMPFUNGEN VON DER STIKO EMPFOHLEN

  • Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B (in vier Sitzungen meist kombiniert in einer Fünffach-Impfung verabreicht, mit etwa fünf Jahren sind eine bis zwei Auffrischungsimpfungen nötig)
  • Masern, Mumps und Röteln (sogenannte MMR-Impfung) zweimal
  • Pneumokokken (Auslöser schwerer bakterieller Hirnhaut- und Lungenentzündungen) viermal
  • Varizellen (Windpocken) zweimal
  • Meningokokken (Auslöser einer bakteriellen Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung) eine Impfung

STIKO = Ständige Impfkommission => Hier gehts zum Impfkalender

All diese Impfungen schützen Kinder vor Krankheiten, mit denen sie sich besonders auf Reisen anstecken können – denn in vielen Ländern Osteuropas, in Asien und Lateinamerika sind Krankheiten wie Hepatitis oder Masern verbreitet und werden dann von Touristen wieder nach Deutschland „eingeführt“. Krankheiten wie Polio, Tetanus oder Diphterie sind sehr gefährlich und kosten in weniger entwickelten Ländern jedes Jahr viele Kinder das Leben – eine Impfung dagegen sollte selbstverständlich sein.

EMPFOHLENE REISE-IMPFUNGEN

Neben den genannten Krankheiten, gegen die ein Kind bereits in Deutschland geimpft sein sollte, gibt es einige, die besonders in beliebten Urlaubsländern auftreten. Hier sollten Sie eine Schutzimpfung in Betracht ziehen(auch bei den Erwachsenen). Dazu gehören insbesondere:

  • FSME: In vielen gemäßigten Klimazonen Europas (auch in Deutschland!) und Asiens ist eine Infektion mit der gefährlichen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis durch Zeckenbisse möglich. Kinder können ab drei Jahren, nach Abwägung auch schon mit einem Jahr dagegen geimpft werden; zu empfehlen ist die Impfung besonders bei ausgiebigen Aufenthalten in der Natur, etwa auf Wanderurlauben. Die Grundimmunisierung braucht mindestens ein Jahr, der Impfstoff wirkt aber bereits ein bis vier Monate nach der Erstimpfung. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragene Borreliose gibt es keine Impfung!
  • Hepatitis A: Die wichtigste von der STIKO empfohlene Reise-Impfung, zugelassen für Kinder ab einem Jahr. An jedem tropischen und subtropischen Reiseziel besteht prinzipiell ein Risiko, an Hepatitis A zu erkranken. Der Erreger wird über Lebensmittel und Getränke übertragen – auch in schicken Resorts und Club-Anlagen! Jedes Jahr bringen 30.000 Touristen eine Hepatitis A aus dem Urlaub mit. Zwei Impfungen im Abstand von sechs bis 18 Monaten sind nötig, der Schutz tritt aber bereits zwei Wochen nach der Erstimpfung ein – Zeit genug für Last-Minute-Reisen!
  • Tollwut: Die gefürchtete Krankheit kommt heute fast nur noch in Entwicklungsländern vor, wo sie meist von streunenden Hunden übertragen wird. Wegen der hundertprozentigen Tödlichkeit im Fall einer Erkrankung sollte über eine Impfung aber trotz der Unwahrscheinlichkeit einer Übertragung nachgedacht werden – schon ein Kratzer oder Speichel genügen für eine Ansteckung, und in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung kann es für die „postexpositionelle Impfung“ schnell zu spät sein. Geimpft wird dreimal innerhalb eines Monats, eine Auffrischung ist eventuell nach ein bis zwei Jahren, danach alle fünf Jahre nötig.
  • Influenza: Speziell in der typischen Grippesaison und bei langen Reisen zusammen mit vielen Menschen (z.B. auf Kreuzfahrtschiffen oder in Reisegruppen) kann eine Impfung gegen Grippe für Kinder und ältere Menschen sinnvoll sein!