AKNE

PICKEL - Sie kommen meist mit der Pubertät und wenn sie verschwinden, können sie Narben im Gesicht hinterlassen.
Auch wenn vorrangig Jugendliche in der Pubertat unter Pickeln, Pusteln und Papeln leiden, kann die Erkrankung in jedem Alter auftreten.
Vom Baby bis ins hohe Alter kann es prinzipiell jeden treffen.

WAS IST AKNE

Akne ist eine der haufigsten dermatologischen Erkrankungen und tritt oft bei Heranwachsenden auf.
Etwa ab dem 11. Lebensjahr, bedingt durch die hormonellen Veränderungen im Körper während der Pubertät, haben die meisten Jugendlichen damit zu kämpfen.
Fast jeder Teenager kennt die charakteristischen Mitesser und Pickel.
Die meisten Jugendlichen leiden unter harmloser, sogenannter physiologischer Akne. Sie haben meist nur kurz über ein bis zwei Jahre wenige Mitessern und/oder Pickel, die mit freiverkäuflichen Mitteln aus der Apotheke gut in den Griff zu kriegen sind.
Es gibt aber auch eine ausgeprägtere Form, die sogenannte klinische Akne, welche etwa fünf bis zwanzig Jahre anhalten kann und unbedingt vom Facharzt behandelt werden sollte.
Oft ist die Akne, besonders bei sehr schweren Verlaufsformen eine starke Belastung für den Körper und auch insbesondere für die Seele.
Pickel, Papeln, Pusteln und auch Knoten besonders im Gesicht, werden kosmetisch als sehr störend empfunden und setzen das Selbstwertgefühl extrem herab, was gerade bei Jugendlichen ein großes Problem darstellt.
Bei einer richtigen Akne sollte deshalb gerade wegen dieser psychosozialen Faktoren, zusätzlich ein Arzt für Psychosomatik aufgesucht werden.

URSACHEN

Bei der Entstehung der Akne spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Die in der Pubertät aktivierten Geschlechtshormone (Testosteron bei Männern, Eierstock- und Nebennierenandrogene bei Frauen) regen die Talgdrüsen verstärkt zur Produktion von Talg (Seborrhoe) an. Kommen noch Verhornungsstörungen wie erhöhte Vermehrung der Hornzellen (Hyperkeratose) und eine gestörte Abschilferung der Hornzellen hinzu, entstehen Mitesser oder Komedonen. Normalerweise kann der Talg ungehindert über den Talgdrüsenkanal nach außen an die Oberfläche der Haut abfließen. Bei Akne kommt es zu einer gesteigerten Bildung von Hornmaterial. Dieses verstopft den Ausführungsgang und es bilden sich zunächst Mitesservorstufen (Microcomedonen), die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind.
Aus diesen entstehen alle anderen für Akne typischen Hauterscheinungen einschließlich offener und geschlossener Mitesser. Offene Komedonen erkennt man an ihrem schwarzen Punkt in der Mitte. Diese schwärzlich verfärbte Stelle besteht aus Melanin, welches aus den pigmentbildenden Zellen der Mündung des Ganges stammt. Es handelt sich also nicht um Schmutz. Aus offenen Mitessern kann das Horn-Talgmaterial leichter durch Peelingsubstanzen, Aknereinigungsmitteln oder Medikamente wie Vitamin-A-Säure Präparaten gelöst werden. Während bei den geschlossenen Mitessern beim Ausdrücken die Gefahr einer Entzündung mit anschließender Vernarbung besteht. Hier kann eine ausgebildete Kosmetikerin sehr gute Hilfe leisten.

WIE ZEIGT SICH AKNE?

Akne entsteht hauptsächlich dort, wo sich viele Talgdrüsen befinden!
In Gesicht, Nacken, am Dekolleté, am Rücken, an den Oberarmen und Schultern.
Sie kann aber auch unter den Achseln sowie in der Genital-, Gesäß- und Leistenregion auftreten.
Dabei handelt es sich dann jedoch nicht um die Erkrankung der Talgdrüsen sondern hier sind die Haarbalgfollikel (Terminalhaarfollikel) betroffen.
Das Krankheitsbild der eigentlichen Akne (Acne vulgaris) wird durch mehrere Formen unterschieden.
Es zeigen sich verschiedene Hautveränderungen wobei die Übergänge fließend sein können:

FORMEN DER AKNE

  • Acne comedonica (hauptsächlich offene und geschlossene Mittesser)
  • Acne papulopustulosa (Papeln und Pusteln (Pickel)
  • Acne conglobata (Papeln, Pusteln und Akne Knoten (unter der Haut)
  • Acne fulminans (Komplikation von Acne conglobata mit evtl. Fieber und Hautnekrosen)
  • Acne inversa (kommt in Achseln und Leistengegend vor)
  • Acne neonatorum (Neugeborenen Akne, verursacht durch männl. Sexualhormone durch die Mutter übertragen)
  • Acne infantum (Akne im Kleinkindalter, kann eine angborene hormonelle Enzymmangelstörung sein)
  • Acne medicamentosa ( durch Medikamente verursachte Pickel und Pusteln)
  • Acne venenata (Kontakt Akne, verursacht durch Öle oder Teer im beruflichen Bereich oder durch Kosmetikartikel)

AKNE LÄSIONEN

In der zweiten Hautschicht, der sogenannten Lederhaut, befinden sich Talgdrüsen, die eine fettige Substanz – den Talg – produzieren.
Durch kleine Kanäle wandert der Talg normalerweise nach außen und fließt auf natürliche Weise ab. Verstopfen diese Kanäle, bilden sich Läsionen, also Mitesser oder Pickel. Man unterscheidet diese Läsionen nach nicht-entzündlichen und entzündlichen Läsionen. Zu den nicht-entzündlichen Läsionen gehören die weißen geschlossenen und schwarzen offenen Komedonen (Mitesser).

In dem weißen geschlossenen Komedo befindet sich ein weißlich bis gelbes Sekret aus Talg. Er sitzt weit unter der Oberhaut und kann bis zu einem Millimeter groß sein. Talg (oder auch Schmutz oder Make-up Reste) verstopfen die Poren und damit den Kanal, durch den der Talg nach außen abwandern kann. Dieser Kanal füllt sich dann mit weißlich bis gelblich durchschimmerndem Talg und abgestorbenen Hautzellen. Dadurch entsteht ein geschlossener Komedo. Bei diesen geschlossenen Komedonen kann es eher zu einem Abzess kommen als als bei den Offenen.
Wenn die Haut am geschlossenen weißen Mitesser (siehe Grafik) einreißt, entsteht ein offener Komedo. Dann gelangt Luft an den angestauten Talg und es kann zu einer Oxidation des im Talg enthaltenen Farbstoffes Melanin kommen. Der weiße Mitesser färbt sich dann dunkel und man spricht von einem schwarzen Mitesser. Dieser schwarze Komedo befindet sich auf der Oberfläche der Haut.

Zu den entzündlichen Läsionen gehören die Papel (Verdickung), die Pustel (Pickel) und der Knoten:
Die Papel ist eine bis erbsengroße erhabene Entzündung der Talgdrüse mit Beteiligung der sie umgebenden Haut. Sie entsteht, wenn der weiße Mitesser (siehe Grafik) nicht aufbricht, sondern geschlossen bleibt. Dann vermehren sich Bakterien im Talg-Hautzellen-Gemisch. Wenn daraus eine Entzündung entsteht, füllt sich der Kanal unter der Haut mit Eiter. Man spricht dann von einer Pustel (siehe Grafik).
Entsteht daraus noch eine tiefreichende Entzündung, entstehen schmerzhafte, narbig abheilende Knoten.

WIE WIRD AKNE BEHANDELT

Kosmetische Behandlungen
Neben medizinischen Akne-Therapien gibt es verschiedene kosmetische Behandlungen, die eine Abheilung der Akne-Läsionen beschleunigen und auch Folgeerscheinungen wie Narben vermindern können.
So wird beispielweise den Fruchtsäuren bei der Behandlung von Akne ein positiver Effekt zugeschrieben. Beim Auftragen auf die Haut vermindern diese die Adhäsion der Hornzellen in den unteren Schichten der Hornhaut und sollen zur Erneuerung der Hornhaut führen.
Fruchtsäuren können als chemisches Peeling oder zur äußeren Applikation angewandt werden.
Auch die sogenannte kosmetische "Akne-Toilette", zu der das mechanische Entfernen von Mitessern (Komedonen) durch eine Kosmetikerin zählt, kann eine sinnvolle Ergänzung zur lokalen Therapie sein.
Hierbei werden offene Komedonen unter Zuhilfenahme von mit Zellstoff geschützten Fingerkuppen ausgedrückt. Geschlossene Komedonen werden zuerst meist mit Hilfe einer Nadel geöffnet und anschließend mittels der gleichen "Fingertechnik" ausgedrückt.

Behandlung mit Licht
Eine weitere, effektive und von Dermatologen bereits seit vielen Jahren genutzte Therapiemöglichkeit zur Behandlung von Akne ist die sogenannte Lichttherapie.
Die verschiedenen Arten der Lichttherapie, die bei Akne zum Einsatz kommen, sind die sehr gut verträgliche LED-Therapie, die IPL-Therapie und die photodynamische Therapie (PDT).
Medizinische Behandlungen
Hier können unterschiedliche medizinische Wirkstoffe, die als Lösungen, Cremes oder Gele auf die Haut aufgetragen werden (sogenannte Lokaltherapeutika) zum einsatz kommen.
Dazu zählen beispielsweise Benzoylperoxid (1 bis 10%), Azelainsäure, Adapalen und verschiedene andere topische Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge). Bei ausgeprägtem Befall bzw. bei ausbleibendem Therapieerfolg können auch Antibiotika oder Hormone (bei Frauen) zum Einsatz kommen. Mittelgradige bis schwere Akne-Formen können außerdem mit einer oralen Isotretinoin-Therapie behandelt werden.

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