PARASITENBEFALL

Parasiten. Schmarotzer. Plagegeister. Tabuthema

WAS IST DAS EIGENTLICH?

Parasiten gehören zu den Lebewesen, die ohne einen anderen Organismus nicht existieren können. Sie sind sogenannte Schmarotzer im Körper des Menschen und können ihm ganz schön zusetzen. Man unterscheidet Parasiten in solche, die sich außerhalb des menschlichen Körpers (Ektoparasiten, z.B. Läuse) oder innerhalb des Körpers (Endoparasiten, z.B. Würmer) befinden.

Bei den Würmern ist der Magen-Darm-Trakt häufig der Eintrittspunkt für die Parasiten, durch Nahrung, Schmutz, Sand oder verunreinigtes Trinkwasser.
Insbesondere wenn Kinder von unangenehmen Plagegeistern wie beispielsweise Läusen, Madenwürmern und anderen Parasiten besiedelt werden, sollten Eltern wissen, was zu tun ist.

Die Würmer, Maden und anderen Parasiten, werden häufig erst gar nicht bemerkt, denn die ersten Anzeichen sind meist nicht eindeutig. Blähungen, Durchfall, Heißhungerattacken oder Juckreiz am After können auch aus anderen Gründen vorkommen und sind oftmals auch nur vorübergehend. Deutlicher wird eine etwaige Infektion, wenn die Beschwerden anhalten und sich sogar noch verschlimmern oder weitere wie Fieber, allergische Hautreaktionen oder gar Gewichtsabnahme hinzukommen. Ein sogenannter "Tesafilm-Test", kann Gewissheit geben. Hierzu wird auf den Bereich um den After geklebt und sofort wieder abgezogen. Der Kinderarzt kann dann unter dem Mikroskop die Eier sehen, die daran haften blieben. Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu erkennen.

PFLICHT IST STRENGE HYGIENE

Wenn der Befall eindeutig festgestellt wurde, verschreibt der Arzt in der Regel ein Wurmkur-Medikament. Danach sollte die ganze Familie strenge Hygiene-Regeln einhalten: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und immer auch nach dem Spielen im Freien. Zusätzlich sollten die Fingernägel ganz kurz geschnitten werden und darüber hinaus die Wäsche und Bettwäsche möglichst täglich gewechselt und mindestens bei 60 grad gewaschen werden.

SO STECKEN SICH KINDER AN

Die Eier des Madenwurms sind vor allem auf Kotresten in der Erde oder im Sand auf Spielplätzen zu finden. Aber auch auf Nahrungsmitteln oder Spielzeug. Und weil Kinder beim Spielen gern ihre verschmutzen, sandigen Finger in den Mund nehmen, landen die infektiösen Eier schnell in ihrem Darm. Dort besiedeln sie die Schleimhäute und entwickeln sich zu ausgewachsenen Würmern von etwa drei bis zwölf Millimeter Länge. Weil kleine Kinder ihre Hände immer wieder im Mund haben, stecken sie sich so immer wieder selbst an. Auch Geschwisterkinder und Eltern können angesteckt werden. Wenn die weißlichen, fadendünnen Würmern nicht durch den Mund in den Körper gelangen, sind die Eier des Madenwurms nur 20 Tage lang lebensfähig. Sie haften an Bettlaken, Handtüchern, Kleidern und auch im Hausstaub.

HUNDE KÖNNEN PARASITEN ÜBERTRAGEN

Vielen Haustierhaltern ist nicht ausreichend bewusst, dass Tiere Parasitenüberträger sein können. So können Hunde beispielsweise Larven von Bandwürmern und anderen Parasiten übertragen. Vor allem in wärmeren Regionen kann es bei Kindern mit einem geschwächten Immunsystem zu Infektionen mit dem Zwergbandwurm kommen. Der Bandwurm zeichnet sich durch eine kurze Entwicklungszeit (circa drei Wochen) aus. Zu wiederholten Selbstinfektionen kann es bei schlechten hygienischen Bedingungen kommen. Auch hier gilt es zur Vorbeugung, die Hygiene-Regeln zu befolgen, Gesichtskontakt vermeiden und nach jedem Tierkontakt die Hände gründlich zu waschen. Die Tiere regelmäßig entwurmen und besser keine fremden Hunde streicheln.

ZECKEN

Zeckeninfektionen: Zecken verbreiten zwei unterschiedliche Infektionen auf den Menschen. Die bakterielle LYME-Borreliose (Borrelia burgdorferi), und die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Krankheiten unterscheiden sich in den Symptomen, der Therapie, aber auch in ihrer Verbreitung und ihrer Übertragung.

LYME-BORRELIOSE

Ca. 30% der europäischen Zecken sind Borrelieninfiziert. Nach einem Zeckenbiß beträgt die Infektionsrate ca. 10%, die Krankheitswahrscheinlichkeit 2 - 4% (!).
Borrelioseinfektionen zeigen beim Menschen sehr unterschiedliche Krankheitszeichen:

  • Wanderröte (Erythema migrans): ist das häufigste Symptom im Kindesalter (70%). Sie entsteht 1-3 Wochen nach einem Biß, breitet sich ringförmig von der Bißwunde ausgehend nach aussen aus
  • Lymphozytom: derbe, gerötete, schmerzlose Schwellungen, meist am Ohrläppchen, seltener an Brustdrüse oder Hoden
  • Fazialisparese: plötzliche halbseitige Gesichtslähmung. (Stadium der Neuroborreliose)
  • Meningitis / Neuritis: Nervenschmerzen, Sensibilitätsstörungen, Hirnnervenausfälle.
  • Gelenksentzündungen (Arthralgie): schmerzhafte (Knie-) Gelenkschwellungen

THERAPIE:
Borrelien sind Bakterien, die durch Antibiotika vernichtet werden können. Bei einfachen Hauterscheinungen ist die 10-tägige Gabe von Amoxicillinsäften ausreichend. Bei schwereren Krankheitsformen werden Cephalosporine über die Venen verabreicht.
WICHTIG:
Je früher die antibiotische Behandlung begonnen wird, desto günstiger ist die Heilungsrate. Erfreulicherweise treten im Kindesalter selten Spätkomplikationen auf.

VORBEUGUNG

Wanderungen in Strauchwerk und hohem Gras meiden. Bei Ausflügen in Busch- oder Waldgebieten leichte, lange, möglichst hautabdeckende Kleidung anziehen, geschlossenes Schuhwerk, Hosenenden in die Strümpfe stecken, Schirmkappen usw. Repellentien (insektenabweisende Duftstoffe) bieten zusätzlichen Schutz. Babys im Freien immer auf hellen Decken krabbeln lassen. Nach Aufenthalt im Freien Kinder gründlich nach Zecken absuchen. Bei Reisen in Endemiegebiete: rechtzeitig FSME-Impfung planen (6-8 Wochen vorher)
Übertragung von Krankheiten:
Borrelien befinden sich im Zeckendarm
und werden mit zunehmender Saugdauer übertragen. Dagegen befindet sich das FSME-Virus in allen Zeckenorganen. Es wird durch den Zeckenspeichel bereits ab Beginn des Stiches übertragen.

KOPFLAUSBEFALL (PEDIKULOSE)

Läuse sind Schmarotzer und leben vom Blut ihrer Wirte. Beim Saugen geben die Insekten Speichel in die entstehende Bisswunde ab, damit dort das Blut nicht gerinnt. Dieser Speichel verursacht unangenehmen Juckreiz. Ohne Blutnachschub oder bei zu hohen oder tiefen Temperaturen sterben Läuse.
Vor allem Kindergarten Kinder haben häufig Läuse auf dem Kopf und in den Haaren, aber auch in den Schulen kommen Läuse immer wieder vor, denn dort kommt es leicht zu einer Übertragung.
Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Eltern betroffener Kinder verpflichtet, die Erkrankung ihres Kindes der Gemeinschaftseinrichtung zu melden und zu bestätigen, dass sie ihren Nachwuchs entsprechend behandeln.
Beim Läusebefall handelt es sich um keine direkte Erkrankung, sondern um einen durch die Insekten ausgelösten Juckreiz, Rötungen oder sogar kleine Wunden.

WO KOMMEN DIE KOPFLÄUSE EIGENTLICH HER?

Kopfläuse gibt es schon so lange, wie es Menschen mit Kopfbehaarung gibt, dabei haben sie sich genauso entwickelt wie die Menschheit selbst. Ausgestorben sind sie noch nicht, weil sie immer noch behaarte Köpfe finden, auf denen sie sich einnisten und ihre Eier ablegen können. Wenn die Menschen keine Haare mehr hätten, würde es für die Population der Kopfläuse schlecht aussehen!
Ein Kopfläusebefall, der nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen vorkommen kann, äußert sich meist durch unangenehmes Jucken auf der Kopfhaut.
Ansteckung:
Die Ansteckung mit Kopfläusen erfolgt von Kopf zu Kopf. Wenn Kinder die Köpfe zusammenstecken, beim Kuscheln oder bei gemeinsamen Übernachtungen in einem Bett, krabbeln die erwachsenen Kopfläuse von einem Kopf auf den nächsten. Die Läusekinderstube lebt in der Nähe der Kopfhaut und verläßt den Kopf nicht.
Eine Übertragung über Gegenstände wie Kuscheltiere oder Mützen ist sehr unwahrscheinlich, denn Kopfläuse verlassen nicht freiwillig ihren Wirt. Eine Übertragung über Kämme und Bürsten ist jedoch sehr wahrscheinlich, denn die Läuse können zwischen den Zinken eingeklemmt werden und einige Zeit im Kamm überleben.
Manche Menschen werden offenbar häufiger von Kopfläusen befallen als andere und einige wenige sind nie betroffen. Woran das liegt, ist unbekannt. Herausgefunden hat man, dass die Haarfarbe und Haarlänge sowie die Häufigkeit der Haarwäsche in diesem Fall keine Rolle spielen. Lediglich in Haaren unter 2 cm Länge haben die Kopfläuse Schwierigkeiten. Und Glatzköpfe bleiben sicher auch verschont.
Kopfläuse können nicht springen oder fliegen, sind aber auf die Fortbewegung an Haaren spezialisiert und können in der Minute rund 30 cm zurücklegen. Geschickt bewegt sich die Kopflaus auf dem Kopf des Wirtes herum. Mit ihren Greifklauen klemmt sie sich an den einzelnen Haaren fest und schwingt sich von einem Haar zum anderen. Wenn unter gutem Licht die Haare gescheitelt werden, kann man sogar manchmal beobachten, wie die Läuse vor dem Licht flüchten. Am liebsten halten sie sich hinter den Ohren und im Nackenbereich auf. Bei nicht sehr starkem Befall, ist es schwierig, die Läuse selbst im Haar zu sehen, dafür erleichtern die ans Haar geklebten Nissen die Diagnose. Haustiere spielen bei der Übertragung von Kopfläusen keine Rolle.

  • MUTTER UND KIND APOTHEKE

    Wir haben eine Fortbildung zum Thema Parasitenbefall absolviert und beraten Sie gerne ausführlich zu diesem unangenehmen Thema.
    Kommen Sie vorbei wir reden darüber...